Der Ringer

Der Ringer sind ein kollektives Bewusstsein, ein entindividualisierter stream-of-consciousness, eine sich morphende interstellare Kunstfigur, eine kultisch-kryptische Erscheinung, die sich nicht einfach einordnen lässt in die deutsche Indie-Landschaft: Sänger Jannik Schneider gibt den androgynen Crooner mit Undercut, die Band ist cybergoth, softpunk. Gäbe es einen dritten Blade Runner Teil, Jannik Schneider, Benito Pflüger, Jakob Hersch und die beiden Schachtschneider-Brüder Jonas und David wären die Idealbesetzung. Für alle Rollen. Und wenn sie schon einmal am Set sind, sollte man sie auch direkt für den Soundtrack verpflichten. Auto-Tune-Prog ist vielleicht ein (Scheiss-)Stichwort, aber alles, was es bei der Ringer zu hören gibt, ist seiner Zeit im schönsten Sinne weit voraus. Verschrobene Trap-Step-Beats treffen auf Post-Punk-Vibe, Vocalsamples auf verhallte Mandolingitarren und der Geist von Ian Curtis wabert als Hologramm durch die Raumstation, die dem Ringer als Proberaum dient.